Im Weissen Rössl
Singspiel von Ralph Benatzky
21. November 2008 bis 18. Januar 2009
Dauer: ca. 2 Std. 15 Min. inkl. 15 Min. Pause

Ensemble

M. Ganser, A. Topf

J. Heesters, D. Kiefer

D. Kiefer, H. Teuscher

A. Herrig, M. Disse

Ensemble

M. Disse, M. Ganser, D. Kiefer, A. Herrig
Wilhelm Gieseke, ein Unternehmer aus Berlin, sucht mit seiner Tochter Ottilie Abstand und Ruhe am Wolf gang see. Einem unangenehmen Rechtsstreit entfliehend nimmt er im Hotel »Weißes Rössl« Quartier. Bereits bei seiner Ankunft bringt der Miesepeter alle in Rage. Die Wirtin Josepha hat nun in der Hochsaison alle Hände voll zu tun und wird tatkräftig vom Zahlkellner Leopold unterstützt – Liebling aller Gäste. Doch er hat nicht nur alle Tische fest im Blick, sondern auch seine Chefin. Josepha aber spart sich lieber für den Stammgast Dr. Siedler auf, der jedes Jahr die Alpen beguckt – und auch gerne andere Berge. Als sich herausstellt, dass Dr. Siedler jener Anwalt ist, der in Berlin Gieseke das Leben zur Hölle macht, Tochter Ottilie dem Advokaten schöne Augen macht und Leopold aus Liebeskummer mitten im Hauptbetrieb kündigt, springt Kathi in die Bresche. Das Mädchen für alles behält den Überblick. Doch auch sie ist verliebt… in Gieseke. Das Drama nimmt seinen Lauf während die Alpen glühen, der Wolfgangsee plätschert und die Vögel zwitschern.
Pressestimmen (Ausschnitte)
Hamburger Abendblatt
"... Regisseur Jürgen Wölffer servierte zur Premiere von "Im Weißen Rössl" in der Komödie Winterhuder Fährhaus einen besonderen Clou. Johannes Heesters absolvierte einen zehnminütigen Kurzauftritt in der Rolle des Kaisers Franz Joseph I. Der mit 104 Jahren dienstälteste Bühnendarsteller der Welt meisterte sein Lied "s ist einmal im Leben so" gewohnt professionell und fühlte sich da oben sichtlich wohl. "Warum seid ihr so aufgeregt?", fragte er die vor ihm auf Knien rutschende Rössl-Belegschaft. Mit dem Hinweis "Man ist ja schließlich keine 100 mehr", verlangte er keck nach einem Stuhl. ...
Die Operetten-Revue kam schnell in Schwung. Schließlich jagte hier ein Gassenhauer von "Es muss was Wunderbares sein" bis "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein" den nächsten. Kleinere Gesangsunfälle schüttelten sich zurecht. Die Musik hatte Jakob Vinje für eine Triobesetzung ansprechend arrangiert. Das Team - allen voran Anja Topf als koboldhafte Kellnerin Kati - hielt die Balance zwischen Wiener Gefühligkeit, Alpenfrohsinn und Berliner Schnauze. "Jopi" Heesters mag sich daran erinnert haben, dass er 1952 in einer Willi-Forst-Verfilmung den verführerischen Dr. Siedler gemimt hatte. Dafür gab er diesmal einen ziemlich rüstigen Kaiser ab."
Die Welt
"... Der kurze, unendlich lange Achtminuten-Auftritt von Heesters war das Intermezzo in einer charmanten, kurzweiligen Inszenierung von Jürgen Wölffer. Eine Sparfassung sozusagen, die den schönen Sigismund Sülzheimer und das stotternde Klärchen Hinzelmann beispielsweise ihres eigenständigen Bühnendaseins beraubt und deren Texte in die Rollen von Wilhelm Gieseke, Trikotagenfabrikant, und dessen Tochter Ottilie (Monika Disse) implantiert. "Was kann der Willi denn dafür, dass er so schön ist" singt nun der olle Gieseke, alias Hans Teuscher.
Der ist wahrlich irrsinnig komisch, weil er ein toller Schauspieler ist mit der wuchtig listigen Kraft seiner Berliner Direktheit, dem Markus Ganser als verliebter Zahlkellner Leopold - von ihm stammen die hinreißenden Klapppostkarten-Bühnenbilder - Daniela Kiefer in der Rolle der resch-herben Rössl-Wirtin Josepha und auch die Wuchtbrumme Anja Topf in vielerlei Gestalten österreichisches Paroli bieten. Nicht zu vergessen den stimmstarken Axel Herrig als Clark-Gable-Verschnitt Dr. Siedler. Kurz, es ist ein Vergnügen mit einem im Dreierorchesterkonzentrat aufspielenden Jakob Vinje, Piano, Michael Kibardin, Violine und Johannes Huth, Kontrabass. Riesenjubel."
Hamburger Morgenpost
"Als österreichischer Kaiser krönt der mit 104 Jahren älteste aktive Schauspieler der Welt den von Regisseur Jürgen Wölffer auf Postkartengröße zugeschnittenen Operettenhit mit den unsterblichen Melodien von Ralph Benatzky. "Bei der Uraufführung 1930 standen über 100 Mitwirkende auf der Bühne - wir haben einen Darsteller über 100", freut sich die quirlige Anja Topf als kesse Kati vom Wolfgangsee. Launig spielt auch Heesters selbst auf sein hohes Alter an. " Ich bin doch keine 100 mehr. Wie lange muss ich hier noch stehen?", fragt keck seine Majestät, bevor der Chanson-Altmeister mit seinem Song "s ist einmal im Leben so" der Aufführung eine würdige Note verleiht. Und dafür am Schluss mit stehenden Ovationen gefeiert wird.
Ebenfalls klasse: Das witzig aufgelegte Ensemble, das dieses Singspiel im pfiffigen Bühnenbild von einer heiter-ironischen Seite nimmt. Und den nörgelnden Berliner Trikotagenfabrikanten Gieseke (toll: Hans Teuscher) als deutschen Piefke vorführt. Sicher, hier wurde "eine Sachertorte zur Mozartkugel verdichtet" - diese jedoch frech, charmant und lustvoll serviert."
Freitag, 05.12.2008, 19:30 Uhr